Anlasserbürsten
Anlasserbürsten sind Schlüsselkomponenten des elektrischen Anlassermotors, verantwortlich für die Stromübertragung zu dessen rotierenden Teilen (Kommutator), was das Starten des Verbrennungsmotors eines Motorrads ermöglicht.
Was sind Anlasserbürsten? Kurze Definition
Anlasserbürsten sind kleine, quaderförmige Blöcke, die meist aus einer Mischung von Kohle und Graphit bestehen. Sie sind stromführende Elemente, die dank der Federkraft an den beweglichen Teil des Anlasserrotors, den sogenannten Kommutator, gedrückt werden. In der Praxis funktionieren sie als verschleißbehafteter Überträger elektrischer Energie, der notwendig ist, um den Anlasser in Drehbewegung zu versetzen.
Wozu dienen Anlasserbürsten und wie funktionieren sie?
Die Hauptaufgabe der Anlasserbürsten ist es, hochintensiven Strom von der Batterie zu den Wicklungen des Anlasser-Elektromotors zu liefern. Wenn Sie den Startknopf drücken, fließt Strom durch die Bürsten zum Kommutator. Dieses Phänomen erzeugt ein elektromagnetisches Feld, das eine schnelle Rotation des Rotors bewirkt. Diese Rotation wird mittels eines Getriebes auf die Kurbelwelle des Verbrennungsmotors übertragen und initiiert dessen Betrieb. Ohne funktionierende Bürsten, die einen kontinuierlichen elektrischen Kontakt mit dem rotierenden Kommutator gewährleisten, kann der Anlasser den Motor nicht drehen.
Wo befinden sich Anlasserbürsten im Motorrad?
Anlasserbürsten befinden sich, wie der Name schon sagt, im Inneren des Anlassergehäuses. Der Anlasser selbst ist meist ein metallisches, zylindrisches Bauteil, das am Motorblock befestigt ist, üblicherweise in der Nähe des Kurbelgehäuses. Zu ihm führt ein dickes Elektrokabel, das normalerweise an das Anlasserrelais angeschlossen ist. Um an die Bürsten zu gelangen, ist die Demontage und Zerlegung der gesamten Anlasserbaugruppe erforderlich. Sie sind in einem speziellen Halter, dem sogenannten Bürstenhalter, untergebracht.
Arten von Anlasserbürsten
Obwohl sie auf den ersten Blick ähnlich aussehen, können Anlasserbürsten nach mehreren Kriterien unterteilt werden:
- Material: Am gebräuchlichsten sind Kohle-Graphit-Bürsten, die einen guten Kompromiss zwischen Leitfähigkeit und Haltbarkeit bieten. Man findet auch Bürsten mit Kupferzusatz, die sich durch eine bessere Stromleitfähigkeit auszeichnen und in leistungsstärkeren Anlassern verwendet werden.
- Konstruktion: Sie unterscheiden sich in Abmessungen (Breite, Höhe, Länge), Form und der Art der Kabelbefestigung (Kupferlitze).
- Kaufart: Sie können einzeln (was oft Lötfähigkeiten beim Austausch erfordert) oder als komplettes Set, d.h. ein sogenannter Bürstenhalter mit werksseitig montierten Bürsten und Federn, verkauft werden. Dies ist eine wesentlich einfachere und schnellere Montagelösung.
Anzeichen von Verschleiß oder Defekt
Verschlissene Anlasserbürsten zeigen recht charakteristische und ärgerliche Symptome, die sofort Ihre Aufmerksamkeit erregen sollten:
- Ein dumpfes "Klicken" nach dem Drücken des Starters: Sie hören das Anlasserrelais arbeiten, aber der Anlasser springt nicht an. Dies ist ein klassisches Symptom für verschlissene Bürsten, die keinen Kontakt mehr zum Kommutator haben.
- Langsamer und schwerfälliger Anlasserbetrieb: Der Motor dreht sich deutlich langsamer als gewöhnlich, als wäre die Batterie schwach, obwohl sie voll geladen ist.
- Der Anlasser "springt an" nach mehreren Versuchen: Manchmal hören Sie beim ersten Versuch nur ein "Klicken", und erst beim zweiten oder dritten Versuch beginnt der Anlasser zu drehen.
- Kurzzeitige Besserung nach einem Schlag auf das Anlassergehäuse: Leichtes Klopfen auf den Anlasser mit einem Schraubenschlüssel kann den Bürstenkontakt zum Kommutator vorübergehend verbessern und das Starten des Motors ermöglichen.
Wann sollten Anlasserbürsten ausgetauscht werden?
Anlasserbürsten haben kein fest vorgegebenes Wechselintervall, das auf dem Kilometerstand basiert. Sie sind ein Verschleißteil, und ihre Lebensdauer hängt von der Anzahl der Motorstarts ab. Der Austausch sollte sofort erfolgen, nachdem eines der oben genannten Symptome festgestellt wurde. Es ist auch ratsam, ihren Zustand während anderer, größerer Wartungsarbeiten am Motor zu überprüfen, insbesondere bei Motorrädern mit hoher Laufleistung. Visuell qualifiziert die Länge eine Bürste zum Austausch – wenn sie bis zur markierten Verschleißgrenze abgenutzt ist oder so kurz ist, dass die Druckfeder bereits maximal ausgefahren ist, ist es Zeit für die Montage eines neuen Satzes.
Worauf ist bei der Auswahl zu achten?
Die Wahl der richtigen Bürsten ist entscheidend für die einwandfreie Funktion des Anlassersystems. Achten Sie auf:
- Kompatibilität mit dem Motorradmodell: Dies ist die absolute Grundlage. Am einfachsten ist es, das Teil anhand des Ersatzteilkatalogs des Herstellers auszuwählen oder genaue Motorraddaten (Marke, Modell, Baujahr) anzugeben.
- Produktqualität: Wählen Sie Produkte renommierter Marken (z.B. Tourmax, Arrowhead). Die günstigsten Ersatzteile können aus minderwertigen Materialien gefertigt sein, was zu ihrem schnellen Verschleiß oder sogar zu Schäden an der Kommutatoroberfläche führen kann.
- Komplettset vs. einzelne Bürsten: Wenn Sie keine Erfahrung und die entsprechenden Werkzeuge (z.B. einen leistungsstarken Lötkolben) haben, ist der Kauf eines kompletten Bürstenhalters die deutlich bessere und sicherere Wahl. Dies ist eine "Plug-and-Play"-Lösung, die das Risiko von Montagefehlern eliminiert.