Supermoto
Supermoto ist ein spezifischer Motorradtyp, der eine Hybridform aus einer leichten Offroad-Maschine (Cross/Enduro) und einem Straßenmotorrad darstellt. Es zeichnet sich durch ein Offroad-Fahrwerk und eine Federung aus, kombiniert mit kleinen 17-Zoll-Rädern und griffigen Asphaltreifen, was eine äußerst agile und dynamische Maschine für das Fahren auf Asphalt schafft.
Supermoto – was bedeutet das? Eine einfache Erklärung
Stell dir vor, du nimmst ein leichtes und wendiges Offroad-Motorrad, nimmst die Stollenreifen ab und montierst stattdessen breite, klebrige wie Kaugummi haftende Straßenreifen auf kleine 17-Zoll-Felgen. Dazu kommt eine potente Vorderradbremse, die in der Lage ist, das Motorrad nahezu auf der Stelle anzuhalten. Genau das ist ein Supermoto. Es ist das motorisierte Gegenstück eines agilen Rowdys, geschaffen, um maximalen Fahrspaß auf engen, kurvigen Straßen und im urbanen Dschungel zu bieten. Sein Ziel ist nicht die Höchstgeschwindigkeit, sondern Agilität, Beschleunigung und meisterhaftes Kurvenfahren.
Wie funktioniert ein Supermoto?
Die Funktionsphilosophie eines Supermoto basiert auf der Kombination der besten Eigenschaften aus zwei verschiedenen Welten des Motorradfahrens. Die Schlüsselelemente, die seinen einzigartigen Charakter ausmachen, sind:
- Fahrwerk und Federung: Ein leichter Rahmen und eine Federung mit langem Federweg, direkt von einem Offroad-Motorrad übernommen. Dies ermöglicht eine aggressive Fahrweise, problemlose Überwindung von Bordsteinen oder Unebenheiten und gewährleistet eine aufrechte, aktive Position, die volle Kontrolle über die Maschine bietet.
- Räder und Reifen: Dies ist das Herzstück jedes Supermoto. Anstelle großer Offroad-Räder (21 Zoll vorne, 18/19 hinten) werden hier Straßenfelgen mit 17 Zoll verwendet. Sie ermöglichen die Montage breiter Sportreifen, die phänomenalen Grip auf Asphalt bieten und sehr tiefe Schräglagen in Kurven zulassen.
- Bremsen: Um auf griffigem Asphalt effektiv Geschwindigkeit abzubauen, sind Supermotos mit sehr effizienten Bremssystemen ausgestattet. Typischerweise handelt es sich um eine große, einzelne Bremsscheibe vorne (sogar über 320 mm) und einen kräftigen Mehrkolben-Bremssattel.
- Motor: Meistens ist es ein starker Einzylindermotor, der bereits bei niedrigen Drehzahlen ein enormes Drehmoment erzeugt. Dies gewährleistet eine sofortige Reaktion auf die Gasgriffbewegung und eine hervorragende Beschleunigung, ideal für das dynamische Herausfahren aus Kurven.
Welche Vorteile bietet es dem Motorradfahrer?
Supermoto-Fahren ist die pure Essenz des Motorradspaßes. Die größten Vorteile für den Fahrer sind vor allem die unglaubliche Agilität und das leichte Handling. Das Manövrieren im Stadtverkehr oder das Durchfahren enger Kreisverkehre wird zum Vergnügen. Die aufrechte Sitzposition und der breite Lenker vermitteln ein Gefühl der vollen Kontrolle. Zudem meistert das Motorrad dank der Federung mit langem Federweg Unebenheiten, Bodenschwellen und Bordsteine hervorragend. Es ist das ideale Gerät für die Fortbewegung in der Stadt, aber auch für Wochenendausflüge auf kurvigen Straßen oder sogar für Amateurrennen auf einer Kartbahn.
Supermoto in der Praxis – wo wird es eingesetzt?
Supermoto tritt in zwei Hauptformen auf. Erstens als serienmäßig produzierte Fertigmotorräder von Marken wie KTM (z.B. die 690 SMC R Serie), Husqvarna (701 Supermoto), Ducati (Hypermotard) oder GASGAS. Dies sind ab Werk für diesen Fahrstil vorbereitete Maschinen. Zweitens ist Supermoto eine äußerst beliebte Modifikationsrichtung. Viele Motorradfahrer bauen ihre Cross- oder Enduro-Motorräder (z.B. Yamaha WR, Honda CRF, Suzuki DR-Z400) zu Supermotos um, indem sie Räder, Reifen und das Bremssystem austauschen. Es ist auch eine eigene Motorsportdisziplin, bei der die Fahrer auf Strecken mit gemischtem Untergrund – teilweise Asphalt, teilweise Schotter – gegeneinander antreten.
Geschichte und Entwicklung
Das Konzept des Supermoto entstand Ende der 70er Jahre in den Vereinigten Staaten als Teil der Fernsehsendung "Superbikers". Ziel war es, den vielseitigsten Motorradfahrer zu ermitteln, indem Meister aus verschiedenen Disziplinen (Straßenrennen, Motocross, Flat Track) zum Wettkampf eingeladen wurden. Sie fuhren auf speziell präparierten Hybrid-Motorrädern auf einer Strecke mit wechselndem Untergrund. Das Format erwies sich als so spektakulär, dass es den Grundstein für eine neue Sportdisziplin und eine völlig neue Motorradkategorie legte, die mit der Zeit in Europa und weltweit enorme Popularität erlangte.