Silikonfett - Wörterbuch

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Silikonfett

Silikonfett ist ein vielseitiges Schmier- und Konservierungsmittel auf Basis von Silikonöl und einem Verdicker. Im Motorradbereich ist es unverzichtbar zum Schutz und zur Schmierung von Gummi- und Kunststoffkomponenten sowie zur Sicherung elektrischer Verbindungen vor Feuchtigkeit.

Was ist Silikonfett?

Silikonfett ist ein synthetisches Mittel, dessen Schlüsselbestandteil Silikonöl ist, meist mit Kieselsäure verdickt. Seine einzigartigen Eigenschaften machen es zu einem der vielseitigsten Präparate in der Garage jedes Motorradfahrers. Es zeichnet sich vor allem durch eine hervorragende Beständigkeit gegenüber einem weiten Temperaturbereich (von ca. -50°C bis +200°C), Hydrophobie (mischt sich nicht mit Wasser und verdrängt es effektiv) sowie chemische Neutralität aus. Im Gegensatz zu Schmierfetten auf Erdölbasis (z.B. Lithiumfette) ist Silikonfett sicher für die meisten Kunststoffe und Gummis – es verursacht kein Quellen, Härten oder Rissbildung. Zusätzlich ist es ein ausgezeichneter elektrischer Isolator (Dielektrikum), was es ideal zum Schutz von Kontakten und Verbindungen in der elektrischen Anlage des Motorrads macht.

Was bedeuten Normen und Spezifikationen?

Im Falle von Silikonfett werden wir selten auf Normen stoßen, die von Motorölen bekannt sind, wie API oder JASO. Seine Parameter werden durch andere, ebenso wichtige Spezifikationen beschrieben, die wir im technischen Datenblatt des Produkts finden. Die wichtigsten davon sind:

  • NLGI-Konsistenzklasse: Beschreibt die Härte (Plastizität) des Fetts. Bei Motorrädern werden am häufigsten Fette der NLGI-Klasse 2 verwendet, die in ihrer Konsistenz an Senf erinnert und gut an den geschmierten Oberflächen haftet.
  • Betriebstemperaturbereich: Dies ist ein Schlüsselparameter, der darüber Auskunft gibt, unter welchen Bedingungen das Fett seine Eigenschaften behält. Ein typischer Bereich von -50°C bis +200°C garantiert, dass das Fett im Winter nicht einfriert und im Sommer nicht von heißen Teilen abläuft.
  • Wasserbeständigkeit: Manchmal durch die Norm DIN 51807 angegeben. Eine hohe Bewertung in dieser Kategorie bedeutet, dass das Fett bei Fahrten im Regen oder beim Waschen des Motorrads nicht leicht ausgewaschen wird, was für den Schutz der äußeren Komponenten entscheidend ist.
  • Durchschlagfestigkeit: Angegeben in kV/mm, beschreibt sie die Isolationseigenschaften des Fetts. Je höher der Wert, desto besser der Schutz der elektrischen Verbindungen vor einem durch Feuchtigkeit verursachten Kurzschluss.

Wie und wann Silikonfett verwenden / wechseln?

Silikonfett hat keine festen Wechselintervalle wie Öl – es wird nach Bedarf bei Wartung, Montage oder Konservierung des Motorrads eingesetzt. Der Schlüssel ist das Auftragen einer dünnen, gleichmäßigen Schicht auf eine saubere und trockene Oberfläche.

  • Wartung von Dichtungen und O-Ringen: Beim Ölfilterwechsel, Zündkerzenwechsel oder der Federungswartung eine kleine Menge Fett auf die neuen Dichtungen auftragen. Dies erleichtert die Montage, verhindert das Einklemmen und verlängert die Lebensdauer.
  • Schutz der elektrischen Anlage: Vor der Wintersaison oder nach Fahrten unter schwierigen Bedingungen lohnt es sich, die verfügbaren elektrischen Stecker (z.B. unter dem Sitz, an den Lampen) zu trennen und eine dünne Fettschicht auf die Kontakte aufzutragen. Dies verhindert Korrosion und Probleme mit "fehlendem Kontakt".
  • Schmierung von Zügen und Kunststoffen: Silikonfett eignet sich hervorragend zum Schmieren von Zügen in Hüllen (sofern sie keine Teflon-Einlage haben) sowie von Kunststoffkomponenten, z.B. dem Inneren des Gasgriffs oder Führungen. Es sorgt für reibungslosen Betrieb und beseitigt Blockaden.
  • Schutz von Gummielementen: Kabel, Gabelprotektoren oder Gummi-"Pilze" der Verkleidung verhärten mit der Zeit durch Sonne und Chemikalien. Regelmäßiges Abwischen mit einem Tuch, das etwas Silikonfett enthält, gibt ihnen ihre Elastizität zurück und schützt vor Rissbildung.

Wie wählt man Silikonfett für das Motorrad aus?

Die primäre Informationsquelle ist immer die Serviceanleitung des Motorrads – dort gibt der Hersteller an, welche Komponenten mit Silikonfett geschmiert werden müssen. In den meisten Fällen reicht für Motorradanwendungen ein universelles Silikonfett guter Qualität, erhältlich in Tuben oder als Spray, völlig aus. Die Wahl der Form hängt von den Vorlieben ab: Paste in der Tube ermöglicht eine präzise Anwendung, und Spray erleichtert das Erreichen schwer zugänglicher Stellen und das Abdecken größerer Flächen. Für spezielle Anwendungen, wie den Schutz elektrischer Kontakte, empfiehlt es sich, zu einem speziellen "Dielektrikum-Fett" zu greifen, das einfach ein Silikonfett mit garantierten, hohen Isolationseigenschaften ist.

Fehler und Mythen

Silikonfett ist ein fantastisches Produkt, aber seine unsachgemäße Anwendung kann mehr Schaden als Nutzen bringen. Hier sind die häufigsten Fehler und Mythen:

  • Mythos: "Silikonfett ist für alles geeignet." Absolut nicht! Aufgrund seiner geringen Beständigkeit gegenüber hohen Belastungen darf es nicht zum Schmieren von Metall-Metall-Komponenten verwendet werden, die unter hohem Druck arbeiten, wie Radlager, Lenkkopflager, Schwingenachse oder Antriebskette. An diesen Stellen sind spezielle Schmierfette (z. B. Lithium-, Molybdänfette) erforderlich.
  • Fehler: "Schmierung der Führungsbolzen des Bremssattels." Das ist ein sehr gefährlicher Fehler. Während Silikonfett auf die äußeren Gummiabdeckungen (Bälge) der Führungen aufgetragen werden kann, benötigt der Metallstift selbst ein spezielles, hochtemperaturbeständiges Bremsenfett. Gewöhnliches Silikon kann unter Temperatureinfluss seine Konsistenz ändern oder ein Quellen der Gummis verursachen, was zu einem Blockieren des Bremssattels führt.
  • Mythos: "Je mehr Fett, desto besser." Im Gegenteil. Überschüssiges Fett, insbesondere an sichtbaren Stellen, sammelt blitzschnell Schmutz, Staub und Sand, wodurch eine Schleifpaste entsteht, die den Verschleiß der Komponenten beschleunigt. Tragen Sie immer eine dünne, gleichmäßige Schicht auf.

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