Schraubensicherung - Wörterbuch

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Schraubensicherung

Schraubensicherungskleber ist ein spezialisiertes chemisches (anaerobes) Präparat, das Gewindeverbindungen vor dem selbstständigen Lösen durch Vibrationen schützt. Es erhöht die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Motorrads, indem es gleichzeitig das Gewinde abdichtet und vor Korrosion schützt.

Was ist Schraubensicherungskleber?

Schraubensicherungskleber, auch bekannt als anaerobes Klebstoff, ist ein flüssiges Präparat, das unter sauerstofffreien Bedingungen aushärtet (polymerisiert), d.h. nach dem Abschneiden der Luftzufuhr und bei Kontakt mit Metall. In der Praxis bedeutet dies, dass es in der Flasche flüssig bleibt, aber nach dem Auftragen auf das Schraubengewinde und dem Einschrauben in eine Mutter oder ein Loch aushärtet und eine harte, polymere Verbindung bildet. Seine Hauptaufgabe am Motorrad ist es, das Lösen von Schrauben und Muttern unter dem Einfluss ständiger Vibrationen, die vom Motor und unebenen Straßen erzeugt werden, zu verhindern. Er wirkt wie eine chemische Sicherung, die herkömmliche Federscheiben in ihrer Wirksamkeit deutlich übertrifft. Zusätzlich dichtet er die Verbindung ab und schützt sie vor Feuchtigkeit und Korrosion.

Was bedeuten Normen und Spezifikationen?

Bei Schraubensicherungsklebern stößt man nicht auf Normen wie API oder JASO bei Ölen. Der Schlüsselparameter ist die Losbrechmoment, also die Haltekraft, die universell durch Farben gekennzeichnet ist. Das Verständnis dieses Codes ist entscheidend für die korrekte Anwendung des Produkts:

  • Blau (mittelfest): Dies ist der beliebteste und universellste Klebstoff in der Motorradwerkstatt. Er sichert Gewinde gegen Lockerung, ermöglicht aber gleichzeitig die Demontage mit Standard-Handwerkzeugen. Ideal für Bremsschrauben, Motoranbauteile, Deckelschrauben oder Fahrwerkselemente.
  • Rot (hochfest): Vorgesehen für dauerhafte oder selten demontierte Verbindungen. Die Demontage erfordert meist das Erhitzen der Schraube (z.B. mit einem Heißluftgebläse) auf ca. 250°C, was die Verbindung erweicht. Wird für kritische Komponenten wie Kettenradschrauben, Motorinnenteile oder Fahrwerksbefestigungen verwendet.
  • Grün (niederfest, penetrierend): Hat eine sehr geringe Viskosität, wodurch es in bereits verschraubte Gewindeverbindungen eindringen kann. Es wird zur Sicherung von vormontierten Elementen oder sehr kleinen Schrauben verwendet, wo keine hohe Haltekraft erforderlich ist.
  • Lila (niederfest): Der schwächste der Klebstoffe. Entwickelt für kleine Schrauben (unter M6), insbesondere solche, die in weiche Metalle wie Aluminium geschraubt werden. Es sichert gegen Vibrationen, ermöglicht aber eine einfache Demontage ohne Risiko einer Beschädigung des empfindlichen Gewindes.

Wie und wann Schraubensicherungskleber anwenden / ersetzen?

Schraubensicherungskleber sollte überall dort verwendet werden, wo es der Motorradhersteller empfiehlt (Informationen finden Sie im Servicehandbuch), sowie an jeder Stelle, die Vibrationen ausgesetzt ist und wo sich eine gelöste Schraube als Sicherheitsrisiko erweisen könnte. Dies betrifft hauptsächlich die Bremsanlage, die Federung, die Motorbefestigung und den Antriebsstrang.

Korrekte Anwendung Schritt für Schritt:

  1. Reinigen und Entfetten: Dies ist ein absolut entscheidender Schritt. Sowohl das Außengewinde (Schraube) als auch das Innengewinde (Loch/Mutter) müssen absolut sauber und trocken sein. Verwenden Sie Bremsenreiniger oder einen speziellen Entfetter, um alle Spuren von Öl, Fett oder Schmutz zu entfernen.
  2. Kleber auftragen: Tragen Sie ein oder zwei Tropfen Kleber auf den Anfang des Schraubengewindes auf. Begießen Sie nicht das gesamte Gewinde – beim Einschrauben verteilt sich der Kleber von selbst gleichmäßig.
  3. Verschrauben und Festziehen: Unmittelbar nach dem Auftragen des Klebers die Komponenten verschrauben und mit einem Drehmomentschlüssel auf das vom Hersteller empfohlene Drehmoment festziehen.
  4. Aushärten lassen: Der Kleber benötigt Zeit zum Aushärten. Die Vorhärtung erfolgt normalerweise nach 15-30 Minuten, die volle mechanische Festigkeit erreicht die Verbindung jedoch nach etwa 24 Stunden.

Wichtig: Schraubensicherungskleber ist ein Einwegprodukt. Wenn Sie eine Schraube lösen, die zuvor mit Kleber gesichert war, müssen Sie die Gewinde gründlich von alten Produktresten reinigen (z.B. mit einer Drahtbürste) und vor der erneuten Montage eine neue Portion Kleber auftragen.

Wie wählt man den richtigen Schraubensicherungskleber für sein Motorrad aus?

Die Wahl des richtigen Klebstoffs ist einfacher, als es scheint. Befolgen Sie drei Regeln:

  1. Servicehandbuch: Dies ist Ihre wichtigste Informationsquelle. Der Motorradhersteller gibt genau an, welche Schrauben gesichert werden müssen und welche Art von Klebstoff (z.B. "medium-strength threadlocker" bedeutet blauer Klebstoff).
  2. Verwendungszweck und Schraubengröße: Wenn Sie keinen Zugang zum Servicehandbuch haben, verwenden Sie Logik. Für die meisten Schrauben, die Sie während des Service lösen müssen (z.B. Bremssättel, Fußrastenhalterungen, Verkleidungsschrauben), verwenden Sie blauen Klebstoff mit mittlerer Festigkeit. Für Schrauben, die Sie lange Zeit nicht lösen möchten (z.B. Antriebsritzel) und deren Lockerung eine Katastrophe wäre – roten. Für kleine Schrauben in empfindlichen Materialien – lila.
  3. Goldene Regel: Im Zweifelsfall greifen Sie zum blauen Klebstoff. Er ist die sicherste und universellste Wahl, die sich für 90% der Anwendungen am Motorrad eignet. Es ist besser, einen etwas schwächeren Klebstoff zu verwenden, als später mit dem Lösen einer mit einem zu starken Präparat gesicherten Schraube zu kämpfen.

Fehler und Mythen

Mythos: "Je mehr Klebstoff, desto besser hält es".
Das ist ein Fehler. Überschüssiger Klebstoff wird aus dem Gewinde gedrückt, kann benachbarte Elemente verschmutzen und bei Sacklöchern einen sogenannten hydraulischen Pfropfen verursachen, der das Anziehen der Schraube mit dem richtigen Drehmoment verhindert. Ein Tropfen genügt.

Fehler: "Verwenden von rotem Klebstoff für alles, um sicher zu sein".
Das ist ein direkter Weg zu ernsthaften Problemen. Die Verwendung von starkem, rotem Klebstoff an einer Schraube, die regelmäßig gelöst werden muss, führt dazu, dass ein Brenner oder ein Heißluftgebläse verwendet werden muss, was Lack, Dichtungen oder andere Elemente in der Nähe beschädigen kann.

Fehler: "Auftragen von Klebstoff auf ein schmutziges, öliges Gewinde".
Anaerober Klebstoff funktioniert nicht richtig, wenn sich eine Öl- oder Fettschicht auf der Metalloberfläche befindet. Die Verbindung wird schwach und unwirksam sein. Entfetten Sie die Gewinde immer vor der Anwendung.

Mythos: "Normaler 'Superkleber' funktioniert genauso".
Absolut nicht. Cyanacrylatklebstoffe (wie "Sekundenkleber") sind spröde und nicht so widerstandsfähig gegen Vibrationen und Temperaturschwankungen wie anaerobe Klebstoffe. Ihre Verwendung an Gewinden ist gefährlich und unwirksam.

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