Paste (Polierpaste, Montagepaste) - Wörterbuch

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Paste (Polierpaste, Montagepaste)

Pasta im Motorradbereich ist eine allgemeine Bezeichnung für spezialisierte Präparate von Pastenkonsistenz, die für kosmetische (Polierpasten) oder technische Zwecke (Montagepasten) bestimmt sind. Sie dienen entsprechend dazu, lackierten und metallischen Oberflächen Glanz zu verleihen, Gewindeverbindungen zu schützen und die Montage zu erleichtern.

Was ist Paste (Polierpaste, Montagepaste)?

In der Motorradwerkstatt verbirgt sich hinter dem Begriff „Paste“ eine ganze Reihe von Produkten mit unterschiedlichem Verwendungszweck. Wir können sie in zwei Hauptkategorien unterteilen. Die erste sind Polierpasten, deren Aufgabe es ist, für die Ästhetik des Motorrads zu sorgen. Sie enthalten Schleifmittel unterschiedlicher Körnung, die mechanisch eine dünne Schicht beschädigten Lacks oder oxidierten Metalls entfernen, kleine Kratzer und Mattierungen beseitigen und den ursprünglichen Glanz wiederherstellen. Die zweite Kategorie sind Montagepasten – entscheidende Servicepräparate. Ihr Ziel ist Schutz und Arbeitserleichterung. Sie werden auf Schraubgewinde, Radachsen oder Metallkontaktflächen aufgetragen, um deren Festfressen, Korrosion und Verschleiß unter Einwirkung hoher Temperaturen und Feuchtigkeit zu verhindern. Sie ermöglichen einen späteren, problemlosen Ausbau von Teilen.

Was bedeuten Normen und Spezifikationen?

Im Gegensatz zu Motorölen oder Bremsflüssigkeiten verfügen Pasten nicht über einheitliche, globale Normen wie API oder JASO. Ihre Qualität und Bestimmung werden durch Herstellerspezifikationen festgelegt, die die wichtigsten Produkteigenschaften beschreiben. Bei Polierpasten ist der wichtigste Parameter die Schleifkraft (Aggressivität), oft verbal (z.B. „cutting“, „polishing“, „finishing“) oder mittels einer numerischen Skala beschrieben. Je höher die Schleifkraft, desto tiefere Kratzer kann die Paste entfernen. Für Montagepasten sind andere Parameter entscheidend: Arbeitstemperaturbereich (z.B. Kupferpaste bis +1100°C), Beständigkeit gegen Wasser und Chemikalien sowie die Basiszusammensetzung (z.B. Kupfer, Keramik, Aluminium), die über die Anwendung entscheidet. Beispielsweise ist Keramikpaste ein Isolator und daher ideal für den Einsatz in der Nähe von ABS-Sensoren, wo eine elektrisch leitende Kupferpaste deren Funktion stören könnte.

Wie und wann sollte Paste (Polierpaste, Montagepaste) angewendet / gewechselt werden?

Die Art und Häufigkeit der Anwendung von Pasten hängt von ihrer Art ab. Polierpasten verwenden wir, wenn Lack oder verchromte Elemente an Glanz verlieren, matt werden oder von einem Netz feiner Kratzer (sog. „Swirls“) überzogen sind. Die Anwendung besteht darin, eine kleine Menge des Produkts mit einem Mikrofasertuch oder Schwamm auf eine saubere und trockene Oberfläche aufzutragen und es dann mit kreisenden Bewegungen zu verarbeiten, bis ein Glanz erzielt wird. Reste sollten mit einem sauberen, trockenen Tuch abgewischt werden. Montagepasten hingegen werden bei jeder Wartung und Montage wichtiger Komponenten verwendet. Eine dünne Schicht Kupfer- oder Keramikpaste tragen wir auf die Gewinde von Auspuffschrauben, Radachsen, Schrauben zur Befestigung von Bremssätteln (nicht auf Reibflächen!) oder das Zündkerzengewinde auf. Dies gewährleistet das korrekte Anzugsdrehmoment und schützt die Schraube vor dem Festfressen, was bei nachfolgenden Servicearbeiten von unschätzbarem Wert ist.

Wie wählt man die richtige Paste (Polierpaste, Montagepaste) für sein Motorrad aus?

Die Auswahl der richtigen Paste ist entscheidend für das Erreichen des gewünschten Effekts und die Vermeidung von Schäden. Bei der Wahl der Polierpaste beurteilen Sie den Zustand des Lacks. Für eine leichte Auffrischung genügt eine feine Finish-Polierpaste. Wenn Sie es mit sichtbaren Kratzern zu tun haben, kann eine Paste mit höherer Schleifkraft erforderlich sein, gefolgt von einer Finish-Polierpaste, um einen Spiegeleffekt zu erzielen. Wählen Sie das Produkt immer passend zum Material – eine andere Paste verwenden Sie für Lack, eine andere für Chrom und noch eine andere für das Polieren von Aluminium. Bei Montagepasten sollte das Motorrad-Servicehandbuch die primäre Informationsquelle sein. Sollten Sie keinen Zugang dazu haben, befolgen Sie allgemeine Regeln: Keramikpaste ist am universellsten und sichersten, besonders bei modernen Motorrädern mit viel Aluminium und Elektronik (ABS, Traktionskontrolle). Kupferpaste ist ein Klassiker, ideal für Stahlschrauben, die bei hohen Temperaturen arbeiten (z.B. Auspuffkrümmer), aber vermeiden Sie ihren Kontakt mit Aluminium.

Fehler und Mythen

Rund um die Anwendung von Pasten haben sich einige schädliche Mythen entwickelt. Der erste davon lautet: „Je mehr Montagepaste, desto besser“. Das ist ein Fehler. Überschüssige Paste, die aus dem Gewinde gedrückt wird, sammelt Schmutz und Sand und bildet eine Schleifpaste, die die Komponenten beschädigt. Schlimmer noch, sie kann Bremsbeläge und Bremsscheiben verschmutzen. Eine korrekt aufgetragene Schicht sollte dünn und gleichmäßig sein. Ein zweiter beliebter Mythos ist die Annahme, dass „Kupferpaste für alles am besten ist“. Obwohl es ein ausgezeichnetes Produkt ist, kann ihre Anwendung am Übergang von Aluminium und Stahl zu galvanischer Korrosion führen. In vielen Fällen ist Keramikpaste die sicherere Wahl. In der Welt des Detailing ist es ein Mythos, dass „Polierpaste jeden Kratzer entfernt“. Leider wirken Pasten nur bei Kratzern innerhalb des Klarlacks. Ist der Kratzer so tief, dass Sie ihn mit dem Fingernagel spüren, hat er höchstwahrscheinlich die Basisschicht beschädigt und erfordert die Intervention eines Lackierers.

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