Keramikfett - Wörterbuch

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Keramikfett

Keramikschmierstoff ist ein fortschrittliches Schmiermittel, das Keramikpartikel enthält, die eine außergewöhnliche Beständigkeit gegenüber hohen Temperaturen und Belastungen gewährleisten. Er wird hauptsächlich zum Schmieren von Antriebsketten in Sport- und Rennmotorrädern sowie in Hochleistungsmaschinen verwendet.

Was ist Keramikschmierstoff?

Keramikschmierstoff ist ein modernes Kettenpflegemittel, das anstelle traditioneller Zusätze wie Graphit oder Molybdändisulfid mikroskopische Keramikpartikel (z. B. Bornitrid) verwendet. Diese Partikel sind in einer synthetischen Ölbasis eingebettet. Nach dem Auftragen auf die Kette verdampft das Lösungsmittel und hinterlässt eine dünne, trockene und sehr widerstandsfähige Schmierschicht von charakteristischer weißer Farbe. Dadurch haftet Keramikschmierstoff perfekt am Metall, spritzt bei hoher Geschwindigkeit nicht und zieht Schmutz nicht so stark an wie herkömmliche "nasse" Schmierstoffe.

Was bedeuten Normen und Spezifikationen?

Bei Kettenschmierstoffen, im Gegensatz zu Motorölen, wird man keine starren Normen wie API oder JASO finden. Hersteller beschreiben die Eigenschaften ihrer Produkte anhand von Schlüsselparametern, die es wert sind, verstanden zu werden:

  • Temperaturbereich: Häufig werden Werte um 1000-1200°C angegeben. Dies bedeutet nicht, dass der gesamte Schmierstoff diese Temperatur aushält, sondern dass die Keramikpartikel ihre Schmiereigenschaften unter extremen, kurzzeitigen Bedingungen beibehalten und ein Festfressen verhindern.
  • Wasserbeständigkeit: Gibt an, wie effektiv der Schmierstoff die Kette vor dem Auswaschen bei Regenfahrten schützt und Korrosion verhindert. Keramikschmierstoff bildet eine dauerhafte, hydrophobe Barriere.
  • Penetrationsfähigkeit: Ein guter Schmierstoff muss alle schwer zugänglichen Stellen erreichen, d.h. zwischen die Rollen, Bolzen und Buchsen der Kette. Sie gibt an, wie tief das Produkt in die Glieder eindringt.
  • Additive: Manchmal findet man im Lieferumfang neben Keramik auch andere Additive, z. B. PTFE (Teflon), die zusätzlich die Reibung reduzieren und die Haftung des Schmierstoffs verbessern.

Wie und wann Keramikschmierstoff anwenden / wechseln?

Die richtige Anwendung von Keramikschmierstoff ist entscheidend für seine Wirksamkeit und die Lebensdauer des Antriebs. Die Schmierung sollte am besten alle 500-800 km sowie unbedingt nach jeder Regenfahrt erfolgen. Der Vorgang sollte wie folgt aussehen:

  1. Reinigung: Dies ist der wichtigste Schritt! Niemals neuen Schmierstoff auf eine verschmutzte Kette auftragen. Verwenden Sie einen speziellen Kettenreiniger (chain cleaner) und eine spezielle Bürste, um alten Schmierstoff, Sand und Schmutz zu entfernen. Wischen Sie die Kette anschließend mit einem sauberen Tuch trocken.
  2. Anwendung: Schmieren Sie die Kette von innen, dort wo sie mit den Kettenrädern in Berührung kommt. Drehen Sie langsam das Hinterrad und tragen Sie eine dünne, gleichmäßige Schicht auf die gesamte Länge der Kette auf.
  3. Wartezeit: Nach dem Auftragen des Schmierstoffs warten Sie mindestens 15-30 Minuten, am besten jedoch mehrere Stunden (oder über Nacht). In dieser Zeit verdunsten die Lösungsmittel, und der Schmierstoff bildet eine dauerhafte, trockene Schicht. Sofortiges Losfahren nach dem Schmieren führt dazu, dass der größte Teil des Produkts durch die Fliehkraft weggeschleudert wird.
  4. Überschuss entfernen: Nach der Wartezeit können Sie die Seiten der Kette vorsichtig mit einem Tuch abwischen, um eventuellen Überschuss zu entfernen, der unnötigerweise Schmutz anziehen könnte.

Wie wählt man den richtigen Keramikschmierstoff für sein Motorrad aus?

Die Wahl des Schmierstoffs hängt hauptsächlich von Ihrem Fahrstil und den Bedingungen ab, unter denen Sie am häufigsten fahren. Keramikschmierstoff ist eine ausgezeichnete Wahl für:

  • Sport- und Straßenmotorräder: Er bewährt sich ideal bei hohen Geschwindigkeiten, da er nicht spritzt und Felge sowie Schwinge sauber hält. Seine Temperatur- und Reibungsbeständigkeit ist bei hohen Belastungen entscheidend.
  • Motorradfahrer, die Sauberkeit schätzen: Wenn Sie ein schmutziges Heck Ihres Motorrads stört, ist "trockener" Keramikschmierstoff ein Volltreffer.
  • Fahrten unter trockenen Bedingungen: Unter solchen Bedingungen zeigt Keramikschmierstoff seine vollen Vorteile – er fängt keinen Staub und Schmutz auf, was die Lebensdauer des Antriebs erheblich verlängert.

Bei Offroad-Motorrädern oder Fahrten in extremem Schlamm und Regen bevorzugen einige Motorradfahrer dichtere "Offroad"- oder "Nass"-Schmierstoffe, die schwerer auszuwaschen sind, obwohl sie mehr Schmutz anziehen.

Fehler und Mythen

Rund um die Kettenschmierung haben sich viele Mythen gebildet. Hier sind die beliebtesten davon:

  • Mythos: "Je mehr Schmierstoff, desto besser der Schutz."
    Fakt: Das ist falsch. Überschüssiger Schmierstoff wird auf Felge und Schwinge geschleudert und wirkt zusätzlich wie ein Magnet für Sand und Schmutz. Besser ist eine dünne, gleichmäßige Schicht, die an der richtigen Stelle aufgetragen wird.
  • Fehler: "Verschmutzte Kette schmieren."
    Fakt: Das ist der einfachste Weg, den Antrieb zu zerstören. Eine Mischung aus altem Schmierstoff und Sand bildet eine Schleifpaste, die den Verschleiß von Kettenrädern und Kette beschleunigt. Immer zuerst reinigen, dann schmieren.
  • Mythos: "Keramikschmierstoff ist nur für die Rennstrecke gedacht."
    Fakt: Obwohl seine Eigenschaften ideal für den Sport sind, bringt er auch im täglichen Gebrauch enorme Vorteile, hauptsächlich aufgrund seiner Sauberkeit und hervorragenden Haftung.
  • Fehler: "Sofortiges Losfahren nach dem Auftragen des Schmierstoffs."
    Fakt: Schmierspray benötigt Zeit, damit das Lösungsmittel verdunsten kann und das Produkt sich mit der Kette "verbindet". Wenn Sie sofort losfahren, landet der größte Teil des Schmierstoffs auf der Straße und nicht auf Ihrem Antrieb.

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