Handschützer (geschlossen, offen)
Handprotektoren sind Schutzvorrichtungen, die an den Lenkerenden eines Motorrads montiert werden und deren Hauptaufgabe es ist, die Hände des Fahrers sowie wichtige Komponenten wie Brems- und Kupplungshebel vor mechanischen Beschädigungen und widrigen Witterungsbedingungen zu schützen.
Handprotektoren (geschlossen, offen) – was ist das und wozu dient es?
Handprotektoren, umgangssprachlich auch Handschützer oder „Blätter“ genannt, sind eines der funktionalsten Motorradzubehörteile. Ihre primäre Rolle ist der Schutz. Beim Fahren im Gelände schützen sie die Hände des Motorradfahrers vor Ästen, Steinen oder bei einem Sturz. Im täglichen Gebrauch schützen sie Kupplungs- und Bremshebel vor Bruch bei einem Parksturz, was kostspielige Reparaturen und die Stilllegung des Motorrads vermeiden hilft. Zusätzlich erhöhen Handprotektoren den thermischen Komfort erheblich, indem sie die Hände vor kaltem Fahrtwind und Regen schützen, was an kälteren Tagen beim Fahren von unschätzbarem Wert ist.
Typen und Montagesysteme
Auf dem Markt unterscheiden wir zwei grundlegende Arten von Handprotektoren, die sich in ihrer Konstruktion und dem gebotenen Schutzumfang unterscheiden:
- Offene Handprotektoren (sogenannte „Blätter”) – Dies sind leichte Schutzvorrichtungen, meist aus Kunststoff gefertigt, die nur an einem Punkt am Lenkerende befestigt werden. Ihre Hauptaufgabe ist der Schutz vor Wind, Regen und kleinen Ästen. Sie sind beliebt bei Straßen-, Touren- und Supermoto-Motorrädern aufgrund ihrer einfachen Montage und ihres diskreten Aussehens.
- Geschlossene Handprotektoren – das ist die robusteste Lösung. Sie verfügen über einen soliden, meist aluminiumbasierten Kern (Skelett), der an zwei Punkten befestigt wird: am Lenkerende und näher an dessen Mitte. Diese Konstruktion bildet einen geschlossenen Käfig um die Hände und Hebel und bietet maximalen Schutz bei starken Stößen und Stürzen. Dies ist eine Pflichtausstattung für Enduro-, Cross- und Adventure-Motorräder. Auf den Aluminiumkern wird eine zusätzliche Kunststoffabdeckung (sogenannter „Spoiler” oder „Blatt”) montiert, die vor Witterungseinflüssen schützt.
Die Montagesysteme können universell sein, passend für die meisten Lenker mit einem Durchmesser von 22 mm oder 28,6 mm, oder modellspezifisch, speziell für ein bestimmtes Motorradmodell entwickelt, was eine perfekte Passform garantiert.
Wie wählt man die richtigen Handprotektoren für sein Motorrad aus?
Die Wahl der passenden Handprotektoren hängt in erster Linie vom Motorradtyp und Fahrstil ab. Für Adventure-, Cross- und Enduro-Motorräder sind geschlossene Handprotektoren die beste Wahl, da sie kompromisslosen Schutz bieten. Für Straßen-, Naked- oder Supermoto-Motorräder reichen oft offene Handprotektoren aus, die den Komfort verbessern und die Hebel bei einem kleineren Sturz schützen. Vor dem Kauf ist es entscheidend, die Kompatibilität zu prüfen. Messen Sie den Lenkerdurchmesser und stellen Sie sicher, dass die Protektoren beim maximalen Lenkeinschlag nicht mit der Verkleidung, der Windschutzscheibe oder dem Kraftstofftank kollidieren. Es lohnt sich, nach modellspezifischen Kits zu suchen, was die Montage erheblich erleichtert.
Worauf sollte man beim Kauf achten?
Bei der Auswahl von Handprotektoren sollte man einige wichtige Aspekte analysieren, die ihre Funktionalität und Haltbarkeit beeinflussen:
- Material – Bei geschlossenen Handprotektoren sollte man nach Modellen mit einem Kern aus geschmiedetem oder gefrästem Aluminium suchen. Dies gewährleistet Steifigkeit und Festigkeit. Die äußere Abdeckung sollte aus flexiblem und bruchfestem Kunststoff bestehen.
- Befestigungssystem – Stellen Sie sicher, dass der Montagesatz solide und vollständig ist. Modellspezifische Befestigungen sind immer eine bessere Lösung als universelle, obwohl letztere mehr Flexibilität bieten.
- Konstruktion und Form – Prüfen Sie, ob die Handprotektoren genügend Platz für Hände und Hebel bieten, auch mit dicken Handschuhen. Einige Modelle verfügen über zusätzliche, optionale Spoiler, die die Schutzfläche vergrößern.
- Hersteller – Es lohnt sich, auf bewährte Marken wie Acerbis, Polisport oder Barkbusters zu setzen, die eine hohe Verarbeitungsqualität und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen, z.B. nur der Kunststoffabdeckungen, gewährleisten.
Montage und Verwendung – praktische Tipps
Die Montage von Handprotektoren ist in der Regel einfach, erfordert aber Aufmerksamkeit. Beginnen Sie immer damit, alle Elemente locker zu verschrauben, um ihre Position anpassen zu können. Positionieren Sie die Handprotektoren so, dass sie die Bewegung der Hebel nicht einschränken und den Zugang zu den Schaltern nicht blockieren. Bevor Sie die Schrauben endgültig anziehen, prüfen Sie, ob die Protektoren oder Befestigungen bei vollem Lenkeinschlag zu beiden Seiten nicht mit dem Tank, den Verkleidungen oder der Windschutzscheibe kollidieren. Manchmal kann es notwendig sein, die Hebel oder Armaturen am Lenker leicht zu verschieben. Beachten Sie, dass bei Motorrädern mit Lenkergewichten an den Enden des Lenkers die Montage deren Demontage oder die Verwendung spezieller Adapter erfordern kann. Überprüfen Sie nach der Montage regelmäßig den festen Sitz der Schrauben, insbesondere nach intensivem Geländeeinsatz.