Handschuhe (kurze, lange)
Motorradhandschuhe sind ein wesentlicher Bestandteil der Ausrüstung jedes Motorradfahrers, entworfen, um die Hände vor Verletzungen, Abschürfungen und Witterungseinflüssen zu schützen. Sie sind in Versionen mit kurzer oder langer Stulpe erhältlich, angepasst an verschiedene Fahrstile und Vorlieben.
Was sind Motorradhandschuhe (kurz, lang)?
Motorradhandschuhe sind eine spezialisierte Art von Schutzkleidung, die die Hände schützt – einen der am stärksten verletzungsgefährdeten Körperteile eines Motorradfahrers. Ihre Hauptfunktion ist der Schutz vor Sturzfolgen (Abschürfungen und Stößen) sowie negativen Witterungseinflüssen. Handschuhe teilen sich hauptsächlich in zwei Typen: kurze, mit einer am Handgelenk endenden Stulpe, ideal für Stadtfahrten und an warmen Tagen, und lange, deren Stulpe über den Jackenärmel reicht, maximalen Handgelenkschutz und besseren Kälteschutz bieten und im Touren- und Sportbereich bevorzugt werden.
Warum sind sie so wichtig?
Hände und Handgelenke sind unsere erste Verteidigungslinie bei einem Sturz – instinktiv strecken wir sie aus, um den Aufprall abzufedern. Motorradhandschuhe sind entscheidend, da sie dank Protektoren und Slidern die Aufprallenergie absorbieren und die Haut vor schmerzhaften und gefährlichen Abschürfungen auf dem Asphalt schützen. Neben der Sicherheit erhöhen sie den Fahrkomfort erheblich. Sie gewährleisten einen festeren Griff an Gasgriff und Hebeln, dämpfen Vibrationen, die vom Lenker übertragen werden, schützen vor Wind, Regen und Kälte, beugen Taubheitsgefühlen in den Fingern vor, und schützen im Sommer vor Insekten und Steinchen.
Typen und Materialien
Die Wahl der Handschuhe hängt vom Fahrstil, der Jahreszeit und den individuellen Vorlieben ab. Neben der Unterscheidung in kurze und lange ist das Material, aus dem sie gefertigt sind, entscheidend:
- Lederhandschuhe: Meist aus Rinder- oder Ziegenleder gefertigt, das die höchste Abriebfestigkeit bietet. Leder passt sich mit der Zeit perfekt der Handform an und sorgt für ein hervorragendes Motorradgefühl. Eine klassische Wahl für den Sporteinsatz und für Cruiser-Motorräder. Ihr Nachteil kann eine schlechtere Belüftung sein, es sei denn, sie sind perforiert.
- Textilhandschuhe: Aus modernen Synthetikmaterialien wie Cordura oder Polyester gefertigt. Sie sind vielseitiger, oft mit wasserdichten und atmungsaktiven Membranen (z.B. Gore-Tex) ausgestattet, was sie zu einer idealen Wahl für Touren bei wechselhaftem Wetter macht. Bieten in der Regel eine bessere Belüftung als Leder.
- Mischhandschuhe (Leder-Textil): Dies ist ein Kompromiss, der die Vorteile beider Welten vereint. Die Handinnenfläche, die am stärksten der Reibung ausgesetzt ist, besteht aus Leder, während Oberhand und Stulpe aus Textilmaterialien für bessere Flexibilität, Belüftung und Komfort gefertigt sind.
Zertifikate und Sicherheitsnormen
Um sicherzustellen, dass die Handschuhe ihre Aufgabe erfüllen, achten Sie auf dem Etikett auf die Sicherheitszertifizierung EN 13594:2015. Diese Norm legt Mindestanforderungen fest, unter anderem an Abriebfestigkeit, Reißfestigkeit und Nahtfestigkeit. Sie tritt in zwei Stufen auf:
- Stufe 1 (Level 1): Bietet grundlegenden Schutz, der für Fahrten mit niedrigeren Geschwindigkeiten, z.B. in der Stadt, erforderlich ist.
- Stufe 2 (Level 2): Garantiert einen höheren Sicherheitsgrad, unter strengeren Bedingungen getestet. Dies ist der Standard für Handschuhe, die für schnelle Tourenfahrten und den Sporteinsatz bestimmt sind.
Achten Sie zusätzlich auf die Kennzeichnung KP (Knuckle Protection), die darauf hinweist, dass die Handschuhe über einen zertifizierten Knöchelprotektor verfügen, der Schlagfestigkeitstests bestanden hat.
Wie man die perfekte Größe wählt?
Perfekt sitzende Handschuhe sind die Grundlage für Sicherheit und Komfort. Zu lockere können bei einem Unfall von der Hand rutschen, und zu enge schränken die Durchblutung und Bewegungsfreiheit ein. Um die richtige Größe zu wählen, befolgen Sie diese Schritte:
- Messen Sie den Handumfang: Verwenden Sie ein Maßband und messen Sie den Umfang Ihrer Hand an der breitesten Stelle, auf Höhe der Knöchel, ohne den Daumen mit einzubeziehen.
- Überprüfen Sie die Größentabelle des Herstellers: Jede Marke hat ihre eigene Größentabelle. Vergleichen Sie Ihr Ergebnis mit der Tabelle, um die empfohlene Größe zu finden (z.B. M, L, XL oder 8, 9, 10).
- Anprobieren und Passform überprüfen: Nach dem Anziehen sollten die Finger bis zum Ende reichen, aber nicht eingeengt sein. Ballen Sie die Hand zur Faust – das Material sollte nicht übermäßig spannen oder die Bewegungsfreiheit einschränken. Stellen Sie sicher, dass die harten Protektoren genau dort sitzen, wo sie sollen (z.B. der Knöchelprotektor auf den Knöcheln). Denken Sie daran, dass Lederhandschuhe sich mit der Zeit leicht dehnen und anpassen werden.
Wie pflegt und reinigt man Handschuhe?
Regelmäßige Pflege verlängert die Lebensdauer der Handschuhe und erhält ihre Schutzeigenschaften. Die Reinigungsmethode hängt vom Material ab:
- Lederhandschuhe: Verschmutzungen mit einem feuchten, weichen Tuch entfernen. Niemals in der Waschmaschine waschen. Nach dem Trocknen (immer bei Raumtemperatur, fern von Heizkörpern oder direkter Sonneneinstrahlung!) regelmäßig mit einem speziellen Lederbalsam oder Wachs pflegen. Dies verhindert das Austrocknen und Reißen des Leders und erhält seine Elastizität.
- Textilhandschuhe: Die meisten können von Hand in lauwarmem Wasser mit einem milden Reinigungsmittel (z.B. Kernseife oder Flüssigkeit für technische Kleidung) gewaschen werden. Überprüfen Sie immer die Empfehlungen auf dem Etikett. Vermeiden Sie starke Waschmittel und Weichspüler, die Membranen beschädigen können. An einem gut belüfteten Ort trocknen, fern von direkten Wärmequellen.
Unabhängig vom Material stellen Sie nach jeder Regenfahrt sicher, dass die Handschuhe vollständig getrocknet sind, bevor Sie sie wegräumen, um Schimmelbildung und unangenehme Gerüche zu vermeiden.