Gasstoß - Wörterbuch

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Gasstoß

Das Rev-Matching, auch bekannt als Zwischengas (vom Englischen rev-matching), ist eine Motorradtechnik, die darin besteht, die Motordrehzahl im Moment des Herunterschaltens bei gezogener Kupplung vorübergehend und kontrolliert zu erhöhen. Ziel dieses Manövers ist es, die Motordrehzahl an die Getriebedrehzahl anzupassen, was einen reibungslosen und sicheren Übergang in einen niedrigeren Gang gewährleistet.

Rev-Matching – was bedeutet das? Eine einfache Erklärung

Stell dir vor, du fährst im dritten Gang und möchtest in den zweiten zurückschalten, um dynamisch in eine Kurve einzufahren. Wenn du einfach die Kupplung ziehst, den Gang wechselst und den Hebel loslässt, spürst du einen starken Ruck, und das Hinterrad kann sogar kurzzeitig die Haftung verlieren. Das liegt daran, dass der Motor im niedrigeren Gang seine Drehzahl schlagartig erhöhen muss, um sich der Geschwindigkeit anzupassen, mit der sich das Hinterrad dreht. Rev-Matching ist nichts anderes als ein kurzes und energisches Gasgeben im Moment der gezogenen Kupplung, kurz bevor sie im neuen, niedrigeren Gang losgelassen wird. Dadurch „hilfst“ du dem Motor, auf die richtige Drehzahl zu kommen, und der Gangwechsel erfolgt absolut geschmeidig, ohne jegliches Ruckeln.

Wie funktioniert Rev-Matching?

Der Mechanismus des Rev-Matchings basiert auf Physik und der Synchronisation der Motorradkomponenten. Beim Herunterschalten ist die Kurbelwellendrehzahl des Motors niedriger als die Drehzahl, die die Ausgangswelle des Getriebes (vom Hinterrad angetrieben) im niedrigeren Gang erfordert. Dieser Drehzahlunterschied führt zu einem abrupten Widerstand (Motorbremseffekt) und einer Belastung des Antriebsstrangs im Moment des Loslassens der Kupplung. Durch das Rev-Matching erhöhst du bewusst die Motordrehzahl auf ein Niveau, bei dem sie nach dem Gangwechsel nahezu identisch mit der Drehzahl der Ausgangswelle ist. Wenn du die Kupplung loslässt, drehen sich beide Elemente bereits mit ähnlicher Geschwindigkeit, was Ruckeln und das Risiko eines blockierenden Hinterrades eliminiert.

Welche Vorteile bietet es dem Motorradfahrer?

Ein korrekt ausgeführtes Rev-Matching bringt drei entscheidende Vorteile mit sich. Erstens erhöht es die Sicherheit erheblich, indem es ein Blockieren oder Rutschen des Hinterrades beim Herunterschalten verhindert, was besonders in Kurven oder auf nasser Fahrbahn gefährlich ist. Zweitens verbessert es die Laufruhe und den Fahrkomfort – Schaltvorgänge werden geschmeidig und nahezu unmerklich. Drittens schützt es die Motorradkomponenten. Durch die Minimierung abrupter Belastungen reduziert es den Verschleiß von Kupplung, Getriebe und Antriebskette, was zu einer längeren Lebensdauer dieser Elemente führt.

Rev-Matching in der Praxis – wo wird es angewendet?

Rev-Matching ist eine universelle Technik, die bei jedem Motorrad ohne Anti-Hopping-Kupplung oder Auto-Blipper-System angewendet werden sollte. Es ist eine absolute Grundlage im Sport- und Rennstreckenfahren, wo Geschmeidigkeit und Stabilität in Kurven über Sicherheit und Rundenzeiten entscheiden. Diese Technik ist auch im täglichen Stadt- und Tourenverkehr äußerst nützlich. Bei den neuesten Sport- und Premium-Motorrädern wird seine Rolle zunehmend von fortschrittlichen elektronischen Systemen übernommen, wie z.B. Quickshiftern mit Auto-Blipper-Funktion (Downshifter), die das Rev-Matching automatisch ausführen und das Herunterschalten ohne Kupplungsbetätigung ermöglichen.

Geschichte und Entwicklung (Optional)

Die Wurzeln des Rev-Matchings reichen bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts zurück, als Getriebe in Autos keine Synchronringe besaßen. Das sogenannte Doppelkuppeln mit Zwischengas war damals eine Notwendigkeit, um überhaupt einen Gang ohne Knirschen zurückschalten zu können. Bei Motorrädern, trotz der Verwendung einfacherer Klauengetriebe, wurde diese Technik als Schlüsselelement einer fortgeschrittenen Fahrtechnik adaptiert. Heute, obwohl sie in modernen Maschinen keine technologische Notwendigkeit mehr ist, bleibt sie ein Zeugnis hoher fahrerischer Fähigkeiten und wird durch die Entwicklung der Elektronik schrittweise automatisiert, wodurch sie zum Standard in Hochleistungs-Motorrädern wird.