Bremszug - Wörterbuch

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Bremszug

Der Bremszug ist ein entscheidendes Element eines mechanischen Bremssystems, das dafür verantwortlich ist, die Kraft vom Bremshebel oder Pedal direkt auf den Bremsmechanismus am Rad zu übertragen, wie z.B. die Bremsbacken bei einer Trommelbremse.

Was ist ein Bremszug? Kurze Definition

Ein Bremszug ist eine Art mechanischer Zug, der aus zwei Hauptteilen besteht: einem inneren, geflochtenen Stahlseil und einer äußeren Hülle. Die Hülle dient als Führung und Schutz für das darin arbeitende Seil. Dies ist eine einfache und zuverlässige Lösung, die hauptsächlich in klassischen Motorrädern, Rollern, Mopeds und in Systemen mit Trommelbremsen verwendet wird, wo keine Hydraulik zum Einsatz kommt.

Wozu dient ein Bremszug und wie funktioniert er?

Die Aufgabe des Bremszugs ist es, die vom Fahrer ausgeübte Kraft präzise auf das Betätigungselement des Bremssystems zu übertragen. Die Funktion ist rein mechanisch: Durch Betätigen des Bremshebels am Lenker oder des Bremspedals wird das innere Stahlseil gezogen. Da die Hülle an beiden Enden befestigt ist, wird diese Bewegung auf den Hebel an der Bremstrommel übertragen, der die Bremsbacken spreizt, oder seltener auf den Bremssattel einer mechanischen Scheibenbremse. Das Loslassen des Hebels oder Pedals, unterstützt durch eine Rückholfeder an der Bremse, lässt den Zug in seine Ruheposition zurückkehren, wodurch die Bremse gelöst wird.

Wo befindet sich der Bremszug am Motorrad?

Der Bremszug verbindet das Bedienelement mit dem Bremsmechanismus. Je nachdem, welche Bremse er bedient, ist seine Position wie folgt:

  • Vorderradbremse: Der Zug verläuft vom rechten Bremshebel am Lenker, entlang des Rahmens oder der Gabelholme, bis zum Hebel an der Bremstrommel am Vorderrad.
  • Hinterradbremse: Der Zug verbindet das Bremspedal, das sich normalerweise am rechten Fußrasten des Fahrers befindet, mit dem Bremsmechanismus am Hinterrad.

In beiden Fällen wird er so geführt, dass sanfte Biegungen gewährleistet sind und das Risiko von Abrieb oder Blockieren minimiert wird.

Arten von Bremszügen

Obwohl das Funktionsprinzip dasselbe ist, können Bremszüge nach Aufbau und Verwendungszweck unterteilt werden:

  • Standard-Stahlzüge: Der gängigste Typ, bei dem ein Stahlgeflecht innerhalb einer Kunststoffhülle arbeitet. Sie erfordern regelmäßiges Schmieren, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten.
  • Züge mit Teflon-Einlage (PTFE): Die Hülle ist innen mit einer speziellen reibungsarmen Einlage ausgekleidet, meist aus Teflon. Solche Züge funktionieren reibungsloser, sind widerstandsfähiger gegen Festfressen und erfordern in der Regel keine Schmierung.
  • Modellspezifische Züge: Jeder Zug ist für ein bestimmtes Motorrad- oder Rollermodell konzipiert, unterscheidet sich in Länge, Dicke sowie Art und Form der Befestigungsenden (z.B. Tonnen, Pilze, Ösen).

Anzeichen von Verschleiß oder Defekt

Ein beschädigter oder verschlissener Bremszug stellt ein ernstes Risiko dar. Zu den typischen Anzeichen, die Anlass zur Besorgnis geben sollten, gehören:

  • Schwergängigkeit des Hebels/Pedals: Zum Betätigen der Bremse ist deutlich mehr Kraft als gewöhnlich erforderlich.
  • Mangelnde Leichtgängigkeit: Die Bremse funktioniert ruckartig, und der Hebel kehrt nicht reibungslos in seine Ausgangsposition zurück, was auf ein Festfressen des Zugs in der Hülle hindeutet.
  • Verminderte Bremskraft: Ein alter, gedehnter Zug kann die Bremswirkung verringern.
  • Sichtbare mechanische Beschädigungen: Abrieb der Hülle, ihr Riss, Korrosion oder ausgefranste Stahlseilfasern an den Enden.
  • Blockieren der Bremse: Der Zug zieht sich nicht zurück, was ein ständiges, leichtes Bremsen des Rades verursacht.

Wann sollte der Bremszug ausgetauscht werden?

Ein Bremszug hat kein festes Austauschintervall und wird bei jeder Wartung überprüft. Der Austausch sollte unverzüglich erfolgen, sobald eines der Verschleißanzeichen festgestellt wird. Es wird empfohlen, ihn vorsorglich bei gebrauchten Motorrädern auszutauschen, insbesondere älteren, bei denen die Wartungshistorie unbekannt ist. Jede mechanische Beschädigung der Hülle, zum Beispiel infolge eines Motorradsturzes, qualifiziert den Zug ebenfalls für einen sofortigen Austausch, auch wenn er auf den ersten Blick einwandfrei funktioniert.

Worauf ist bei der Auswahl zu achten?

Bei der Auswahl eines neuen Bremszugs ist eine perfekte Passform für Ihr Fahrzeug entscheidend. Achten Sie auf folgende Aspekte:

  • Modell und Baujahr des Motorrads: Dies ist die absolute Grundlage. Der Zug muss die richtige Länge haben und, was am wichtigsten ist, die passenden Endstücke, damit er zum Bremshebel und zum Bremspedal passt.
  • Verarbeitungsqualität: Wählen Sie Produkte von renommierten Herstellern (z.B. Tourmax, RMS, Vicma), die Langlebigkeit und Präzision der Verarbeitung garantieren. Billige Ersatzteile können sich schnell dehnen oder festfressen.
  • Technologie: Wenn Sie die Wahl haben, lohnt es sich, in einen Zug mit Teflon-Einlage zu investieren. Dies gewährleistet eine längere und reibungslosere Funktion und eliminiert die Notwendigkeit regelmäßiger Schmierung.
  • Vollständigkeit des Sets: Stellen Sie sicher, dass der Zug mit den notwendigen Elementen, wie z.B. Spannschrauben, verkauft wird, falls diese an Ihrem Motorrad benötigt werden.

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