Beheizter Sitz
Ein beheizter Motorradsitz ist ein Ausrüstungsgegenstand, der dank eingebauter Heizmatten den thermischen Komfort von Fahrer und Beifahrer erhöht. Dies ist ein wichtiges Zubehör für Motorradfahrer, die ihre Saison erheblich verlängern und das Fahren an kälteren Tagen genießen möchten.
Beheizter Sitz – Was ist das und wozu dient er?
Ein beheizter Sitz, auch beheizte Bank genannt, ist nichts anderes als ein Standard-Motorradsitz, unter dessen Bezug elektrische Heizmatten montiert wurden. Seine Haupt- und einzige Aufgabe ist es, dem Körper des Fahrers und oft auch des Beifahrers direkt Wärme zuzuführen. In der Praxis verändert diese Lösung die Spielregeln beim Fahren bei niedrigen Temperaturen. Anstatt gegen die durchdringende Kälte anzukämpfen, können Sie den thermischen Komfort genießen, was sich direkt auf weniger Ermüdung und eine bessere Konzentration auf der Straße auswirkt. Dies ist eine einfache Möglichkeit, die Motorradsaison um den frühen Frühling und den späten Herbst zu verlängern.
Arten und Montagesysteme
Auf dem Markt sind verschiedene Formen von beheizten Sitzen erhältlich, die an Ihre Bedürfnisse und Ihr Budget angepasst werden können. Jede davon hat ein anderes Montagesystem:
- Komplette Zubehörsitze – Dies sind fertige Sitzbänke, die von auf Komfort spezialisierten Unternehmen (z.B. Corbin, Sargent) oder von den Motorradherstellern selbst (OEM) hergestellt werden. Die Montage besteht darin, den Werkssitz zu entfernen und den neuen an denselben Befestigungspunkten zu montieren. Die elektrische Installation erfordert meistens den Anschluss an das Bordnetz des Motorrads.
- Heizmatten zum Einbau unter dem Bezug – Dies ist eine Do-it-yourself-Lösung oder eine Aufgabe für einen Polsterer. Sie kaufen eine universelle oder spezifische Heizmatte und montieren diese dann auf dem Schaumstoff des Originalsitzes, unter dem Werksbezug. Dies erfordert das Entfernen des Bezugs, das präzise Anordnen der Matte und das erneute Spannen des Bezugs.
- Beheizte Sitzauflagen – Die einfachste und universellste Option. Dies ist eine spezielle Matte/ein Kissen, das auf den Sitz gelegt und mit Riemen befestigt wird. Die Stromversorgung erfolgt normalerweise über eine 12V-Steckdose oder direkt von der Batterie. Montage und Demontage dauern buchstäblich nur einen Moment.
Wie wählt man den richtigen beheizten Sitz für sein Motorrad aus?
Die Wahl der richtigen Lösung hängt von Ihrem Motorrad und Ihren Erwartungen ab. Wenn der Hersteller Ihres Motorrads einen originalen beheizten Sitz (OEM) anbietet, ist dies die sicherste Option – Sie haben die Garantie für eine perfekte Passform und problemlose Integration in die Elektrik. Bei kompletten Zubehörsitzen ist es entscheidend, auf der Herstellerseite zu prüfen, ob das jeweilige Modell mit Ihrem Baujahr und Modell des Motorrads kompatibel ist. Bei der Auswahl von Heizmatten für den Einbau unter dem Bezug müssen Sie die Fläche der Sitzbank messen, um eine Matte mit den entsprechenden Abmessungen auszuwählen. Auflagen sind am universellsten, aber auch hier lohnt es sich, die Abmessungen zu überprüfen, um sicherzustellen, dass sie nicht zu groß oder zu klein ist und während der Fahrt nicht verrutscht.
Worauf sollte man beim Kauf achten?
Bevor Sie eine Entscheidung treffen, analysieren Sie einige Schlüsselmerkmale, die über Ihre Zufriedenheit entscheiden werden:
- Temperaturregelung: Grundlage ist eine mehrstufige Regelung (z.B. starker und schwacher Modus). Einfache Ein/Aus-Systeme können sich als unzureichend erweisen – manchmal heizen sie zu stark oder zu schwach.
- Stromverbrauch: Überprüfen Sie, wie viel Leistung (in Watt) der Sitz verbraucht. Stellen Sie sicher, dass die Lichtmaschine Ihres Motorrads ausreichend Leistung liefert, insbesondere wenn Sie auch andere Zubehörteile wie beheizte Griffe oder zusätzliche Beleuchtung verwenden.
- Verarbeitungsqualität und Material: Bei kompletten Sitzen achten Sie auf die Qualität des Bezugs und der Nähte. Bei Matten und Auflagen ist die Wasserdichtigkeit des Steuergeräts und aller elektrischen Verbindungen entscheidend.
- Steuergerät: Stellen Sie sicher, dass der Schalter wasserdicht und groß genug ist, um ihn bequem mit Motorradhandschuhen bedienen zu können.
Montage und Nutzung – praktische Tipps
Damit der beheizte Sitz lange und sicher funktioniert, beachten Sie einige Regeln. Verbinden Sie beim Einbau die Stromversorgung immer über die Zündung (mittels eines Relais), um ein versehentliches Entladen der Batterie im Stand zu vermeiden. Denken Sie auch daran, eine Sicherung am Stromkabel anzubringen. Verlegen Sie alle Kabel fernab von heißen Motorteilen und beweglichen Fahrwerksteilen. Schalten Sie während des Betriebs die Heizung erst nach dem Starten des Motors ein. Beginnen Sie am besten mit der höchsten Stufe, und reduzieren Sie die Leistung, sobald die Sitzbank warm ist, um eine angenehme Temperatur zu halten. Denken Sie daran, die Heizung auszuschalten, wenn sie nicht benötigt wird – so schonen Sie das Ladesystem des Motorrads.